Gertrud von le Fort
„Die größte Dichterin der Transzendenz“ (Carl Zuckmayer)
Gertrud von le Fort (1876-1971) lebte von 1957 bis zu Ihrem Tode im Jahre 1971 in unserem Haus "Im Haslach". Ihre Wohnung umfasste sämtliche Räumlichkeiten im 1. Stock.
Die jetzige Ferienwohnung Nr.1 war damals Ihr Schlafzimmer und Wohnzimmer. Die Wohnung 2 waren Arbeitszimmer und Gesellschaftsräume. Die Ferienwohnung 3 umfasst im Wesentlichen den damaligen Wohnbereich der Sekretärin / Wirtschafterin.
Gertrud von le Fort schrieb über die Aussicht von ihrem Schlafzimmers (Richtung Osten):
"Dann sind da die dolomitenhaft zerrissenen Krottenköpfe, der Kratzer und endlich der stolzeste, eigenwilligste und kühnste der Oberstdorfer Berge, die Höfats. Ich habe im vergangenen Jahr, während einer langen schweren Krankheit, eine unvergessliche Freundschaft mit der Höfats geschlossen. Sie war das einzige Bild, das ins Fenster meines Krankenzimmers fiel. Sie sandte mir, morgens schön und zart umschleiert, den ersten Gruß des Tages und abends, vom langen zauberischen Licht der heißen Sommertage verklärt, den letzten. Es ging etwas wie ein starker Aufruf von diesem Berg aus, mit seinem lang ausholenden, dabei unaufhaltsam, fast reißend zum Gipfel drängenden Aufstieg, ein Aufruf, der mich tröstete und stärkte."
Über die wunderschönen Ausblicke Richtung Süden schrieb Sie:
"Hinter dem vorgelagerten Kranz der Berge - auch sie stellen schon beträchtlich hohe Herrschaften dar - steigen dann die ganz großen Majestäten der Allgäuer Alpen auf: die phantastische Nadel der Trettachspitze, die Mädelegabel, das Hohe Licht: ich liebe diesen Berg schon seines Namens wegen, ist er nicht der schönste, den je ein Gipfel der Alpenwelt empfing?"
In ihrer Wohnung „Im Haslach“ waren bei Gertrud von le Fort natürlich auch viele bekannte Persönlichkeiten zu Gast. Genannt seien an dieser Stelle nur die drei Dichter: Arthur Maximilian Miller, Luise Rinser und Carl Zuckmayer.
Der Dichterin wurden viele Ehrungen zuteil. So war sie u.a. auch Ehrenbürgerin von Oberstdorf und ist auf dem Oberstdorfer Waldfriedhof in einem Ehrengrab beigesetzt.
Das hiesige Gymnasium ist nach ihr benannt.
Werke die Gertrud von le Fort hier in ihrer Wohnung „Im Haslach“ geschrieben hat:
1956 Die Frau und die Technik. Essays
1959 Die letzte Begegnung. Novelle
1961 Das fremde Kind. Erzählung
1962 Gedichte und Aphorismen
1964 Die Tochter Jephthas. Eine Legende
1965 Hälfte des Lebens. Auobiographie
1966 Die Erzählungen. Sammelband
1967 Das Schweigen. Eine Legende
1968 Der Dom. Erzählung
1968 Woran ich glaube und andere Aufsätze.
Weitere Informationen: www.gertrud-von-le-fort.eu



